eSport: Trinken und Leistungsfähigkeit

Die eSport-Szene wächst und ist von einer zunehmenden Professionalisierung geprägt. Doch ganzheitliche Strukturen, die neben dem Spiel auch andere Faktoren wie die Ernährung abdecken, stehen bislang nur vereinzelt den großen Teams zur Verfügung. So kommt für die meisten Gamer eine bedarfsgerechte Ernährung, die die besonderen Erfordernisse berücksichtigt, nicht zum Einsatz.

eSport: Trinken und Leistungsfähigkeit

Bei einer Veränderung der Ernährungsgewohnheiten ist aufgrund der stark ausgeprägten mentalen Komponente die Wasserversorgung eine wichtige Stellgröße zur Unterstützung der geistigen Leistungsfähigkeit. Da der menschliche Körper zu 60 % aus Wasser besteht und Gehirn sowie Muskulatur zu den wasserreichsten Organen gehören, macht sich eine Dehydratation (Austrocknung) im Vergleich zu anderen Nährstoffmängeln am schnellsten bemerkbar.

Eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist besonders in Wettkämpfen von großer Bedeutung, da das Durstgefühl aufgrund des hohen Stresslevels häufig nicht wahrgenommen und übergangen wird. So besteht die Gefahr, dass die Gamer zu wenig trinken und regelrecht austrocknen. Ein Ausgleich durch eine erhöhte Trinkmenge an den darauffolgenden Tagen ist nicht möglich. Zu berücksichtigen ist bei der Trinkmenge auch ein eventuell gestiegener Flüssigkeitsbedarf durch trockene Luft wie in Sporthallen.

Ungeeignet zur Wasserversorgung sind stark zuckerhaltige Getränke wie es bei Limonaden oder einigen im Handel erhältlichen Sportdrinks der Fall ist. Die Wasseraufnahme erfolgt aus diesen Getränken nur verlangsamt und ist zur Bedarfsdeckung ungeeignet, da zeitgleich große Mengen Kohlenhydrate aufgenommen werden, die eine Hyperglykämie verursachen. Kurzfristig führt dies zu Müdigkeit und mangelnder Konzentrationsfähigkeit, langfristig werden unterschwellige Entzündungsreaktionen gefördert, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken.

Zusammenfassung

Um am Wettkampftag Experimente zu vermeiden, empfiehlt sich ein Austesten des Trinkmanagements während der Trainings, um das beste Timing sowie die optimale Zusammensetzung der Getränke individuell abzustimmen. Eine optimale Flüssigkeitszufuhr gilt es auch im eSport als solide Basis zu etablieren, um einem Absinken der Gehirnleistung auch in langen Wettkampfeinheiten entgegenzuwirken und die geistige Performance auf hohem Niveau zu halten.

Autorin des Magazinbeitrages

Jasmine Papenberg

  • Diplom Oectrophologin
  • Dozentin und Tutorin der Academy of Sports

Du möchtest mehr über dieses Thema erfahren? Dann empfehlen wir dir diese Weiterbildung:

Quellenangaben (Stand: 07.2019)

  • C. Raschka et al., Sport und Ernährung. Thieme Verlag, 15.04.2015

Zurück