Inwieweit können Menschen durch eine App zu einem höheren Gemüseverzehr angeregt werden?

Der Fachbereich Psychologie der Universität Konstanz hat in einer Smartphone-basierten Intervention getestet, ob sich der Gemüseverzehr von Studienteilnehmern durch eine App erhöhen lässt. Dabei ging es nicht nur um die Menge und Häufigkeit des Gemüseverzehrs, sondern auch darum möglichst „bunt“ zu essen. Doch wie lief diese Untersuchung genau ab und was sind deren Ergebnisse?

Bei der Studie zeichneten 80 Teilnehmer mithilfe einer App drei Wochen lang ihre Mittagsmahlzeiten auf. Dazu fotografierten sie ihr Essen und gaben zudem eine kurze Beschreibung darüber ab. Des Weiteren sollten sie ihre Mahlzeiten nach der enthaltenen Farbvielfalt bewerten, die Skala reichte dabei von „eine Farbe“ bis „sehr viele Farben“. Ab der zweiten Interventionswoche erhielten die Studienteilnehmer kurz vor ihrer Mittagsmahlzeit eine Nachricht auf ihr Smartphone, welche sie zu einem bunten Gericht mit Gemüse anregen sollte.
Anhand der Fotos und Beschreibungen der Teilnehmer wurden die verzehrten Lebensmittel nach den drei Wochen Dauer der Intervention ausgewertet und in sieben Gruppen eingeteilt:

  • Gemüse,
  • Obst,
  • Getreideprodukte und Kartoffeln,
  • Milch und Milchprodukte,
  • proteinhaltige Lebensmittel,
  • frittierte Speisen und
  • Süßspeisen.

Außerdem bewerteten die teilnehmenden Personen nach der Interventionszeit die auf dem Smartphone erhaltenen Benachrichtigungen.

Die Auswertungen aller Daten ergab, dass die Studienteilnehmer in der zweiten und dritten Studienwoche mehr Gemüse aßen und zusätzlich eine höhere Farbvielfalt auf dem Teller hatten als in der ersten Woche ohne Benachrichtigungen aufs Smartphone. Sie verzehrten dabei gleichzeitig weniger Süßspeisen, Obst- und Getreideprodukte sowie Kartoffeln oder auch Milch- und Milchprodukte. Laut der Rückmeldungen der Probanden waren die erhaltenen Nachrichten relativ einfach umsetzbar und der Verzehr bunter Mahlzeiten machte den meisten Teilnehmern Spaß.

Damit weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die Verwendung von gezielten Hinweisreizen per Smartphone eine Veränderung des Ernährungsverhaltens begünstigen und die Umsetzung von Ernährungsrichtlinien im Alltag unterstützen könnte.
Auch wenn eine langfristige und dauerhafte Änderung des Ernährungsverhaltens nicht nach drei Wochen abgeschlossen sein kann liefert diese Untersuchung einen Ansatz, wie man den Beginn einer Ernährungsumstellung mithilfe moderner Technik möglicherweise leichter und erfolgversprechender gestalten kann.