Technostress und Einsamkeit – Die Stressoren der digitalen Gegenwart

Mit der Digitalisierung im Berufs- und Privatleben werden persönliche Gespräche mit Kollegen, Kolleginnen, dem Freundeskreis, sogar mit Familienangehörigen vernachlässigt. Wo doch das fundamentalste Bedürfnis des Menschen eigentlich der Austausch, die analoge (!) Kommunikation mit anderen Menschen ist. In Großbritannien wurde bereits eine Ministerin gegen Einsamkeit ernannt.

Während wir uns der Digitalisierung und ihren Bequemlichkeiten hingeben, merken wir gar nicht, wie wir „unsere Seele dem Teufel verkaufen“. Ist es nicht fragwürdig, das trotz digitaler Unterstützung und der damit vermeintlich einhergehenden Zeitersparnis dennoch Stressempfinden und chronische Zeitnot zunehmen?

Überladen von der Dauerberieselung aus digitalen Medien ziehen sich immer mehr Menschen zurück. Fähigkeiten soziale Kontakte zu pflegen oder gar zu knüpfen gehen verloren. Teenies können sich heutzutage kaum noch vorstellen, wie die Generation vor ihnen es geschafft hat ohne Smartphone und Internet neue Freunde kennenzulernen!

In Großbritannien wurde nun eine Ministerin gegen Einsamkeit ernannt, weil mehr als neun der insgesamt 66 Millionen Briten angaben, dass sie sich immer häufiger einsam fühlen. Die Folge davon könne u.a. gesundheitliche Risiken wie Fettleibigkeit, Alzheimer, Bluthochdruck oder Depressionen nach sich ziehen. In Deutschland sei die Lage wohl vergleichbar.

Im Job könnten wir doch, anstatt eine E-Mail zu schreiben, das eigene Büro mal wieder verlassen und den Kollegen für ein persönliches Gespräch aufsuchen. Privat kommunizieren wir fast stündlich via SMS oder WhatsApp-Nachrichten mit Freunden, anstatt uns häufiger zum Kaffee oder Sport zu verabreden. Darüber hinaus ist eine klare Trennung zwischen Beruf- und Privatleben mit der ständigen Erreichbarkeit und den zusätzlichen Kommunikationskanälen wie Instagram, Facebook oder Twitter kaum noch gegeben. Dauernde Unterbrechungen am Arbeitsplatz kosten Zeit und Energie, da die Konzentration auf eine Sache kaum noch gegeben ist. Der „Flow“*) im Job kann gar nicht erst entstehen, Stressempfinden und Burnout-Gefahr nehmen im Gegenzug zu.

Selbstdisziplin und Sensibilisierung im Umgang mit der Digitalisierung sowie eine gesunde Balance zwischen Rückzug und sozialer Kontakte sind wichtige Bausteine um den Stressoren der digitalen Gegenwart, Technostress und Einsamkeit, gesund entgegenzuwirken.

Wenn Sie mehr zu Stress- und Burnout erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen das staatlich zugelassene Fernstudium „Stress- und Burnout-Coach“.

*) „Das völlige Aufgehen in der momentanen Tätigkeit“, „das Verweilen in einem Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühl“, Flow-Theorie nach Mihály Csikszentmihály