Inwieweit beeinflussen die Gene unser Essverhalten?

In der Wissenschaft ist man sich einig, dass ein bestimmtes Erbgut z. B. an der Entstehung von Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimie beteiligt ist. Doch insgesamt gesehen weiß man noch recht wenig über den genauen Einfluss der Gene auf unsere Ernährungsgewohnheiten. Eine aktuelle Studie liefert dazu nun weitere Erkenntnisse.

In einer Untersuchung der Tufts University Boston analysierte man die Erbinformationen von über 800 erwachsenen Europäern und erhob zudem deren Ernährungsverhalten anhand eines Fragebogens. Als Ergebnis der anschließenden Betrachtung der Daten wurde festgehalten, dass die untersuchten Gene einen bedeutenden Einfluss auf die Ernährung der Personen hatten. Beispielsweise konnte man einen erhöhten Verzehr von Schokolade und einen erhöhten Taillenumfang mit bestimmten Formen des Oxytocin-Rezeptor-Gens in Verbindung bringen. Auch bei der Aufnahme von Gemüse und Ballaststoffen oder Salz und Fett konnte man bestimmte Gene assoziieren, die darauf einen Einfluss haben.
Somit bestätigt diese Studie, dass unser Erbgut unsere Essgewohnheiten in einer bedeutenden Weise beeinflusst. In folgenden, ähnlichen Untersuchungen will man daher weitergehend herausfinden, ob die identifizierten Erbinformationen, welche das Ernährungsverhalten von Menschen beeinflussen, ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Probleme darstellen.

Unsere Lebensmittelwahl ist also zu gewissen Teilen auch ein Ergebnis der Einwirkungen unserer Gene. Um jedoch noch genauer sagen zu können, wie sehr uns diese Einwirkungen gesundheitlich positiv oder negativ beeinflussen können und was diese Erkenntnisse für die praktische Anwendung und Umsetzung z. B. in der Gesundheitsförderung und Prävention bedeuten, müssen noch weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet abgewartet werden.