Wirksam Nein sagen: die Überlastungsanzeige

Die Arbeit wird in kleinen Schritten immer mehr. In fast allen Branchen lässt sich der Trend erkennen, dass mehr Arbeit von weniger Mitarbeitern erledigt werden soll. Vor allem engagierte Kollegen fühlen sich trotzdem verantwortlich, die Arbeit zu erledigen.

Aus Selbstschutz sollte ein Nein im richtigen Moment in Erwägung gezogen werden.

Aus Selbstschutz sollte ein Nein im richtigen Moment in Erwägung gezogen werden - so lernst du, wirklich nein zu sagen!

Viele Mitarbeiter stehen unter Stress, es sollen mehr Aufgaben schneller erledigt werden. Dies führt in die Stressspirale. Im Zeitmanagement wäre nun spätestens der Moment erreicht, „Nein“ zu sagen, denn durch keine andere Aktion können Sie mehr Zeit einsparen. Die wenigsten Betriebe haben jedoch eine Kultur, die dieses ohne Probleme zulassen würde. Der Mitarbeiter erlebt die direkten Konsequenzen seiner Absage: Mehrarbeit für Kollegen, enttäuschter oder angesäuerter Vorgesetzter, ungeduldige Kunden, etc.

Die dauerhafte Kontrolle der Arbeitsdichte am Arbeitsplatz kann jedoch nur stattfinden, wenn der einzelne Mitarbeiter seine persönlichen Leistungsgrenzen signalisiert.

Die Mitteilung einer Überlastung sollte im ersten Schritt in einem persönlichen Gespräch mit dem Vorgesetzten stattfinden. Hat dieses Gespräch keine positiven Folgen, bietet das Arbeitsschutzgesetz die Möglichkeit, eine offizielle Überlastungsanzeige zu schreiben.

Juristisch würde bereits das Gespräch mit dem Mitarbeiter als Überlastungsanzeige bewertet werden können, der schriftliche Weg ist jedoch wie in vielen Fällen der wirksamere.

Die Überlastungsanzeige dient dem Schutz des Mitarbeiters und nimmt den Arbeitgeber in die Pflicht, die Situation zu lösen. Eine konstruktive Überlastungsanzeige enthält eine genaue Beschreibung der Situation und der gegenwärtigen Bedingungen und wodurch die Überlastung hervorgerufen wurde, beispielsweise durch die zusätzliche Vertretung für kranke Kollegen, ein ungewöhnlich hohes Arbeitsaufkommen, etc.

Auch mögliche bereits aufgetretene Konsequenzen, z. B. Nichteinhaltung von Standards oder persönliche Folgen, wie das Wegfallen von Pausen, Überstunden sollten erwähnt werden.

Zusammenfassung

Wer nicht rechtzeitig Nein sagt, läuft Gefahr, irgendwann von seinem Körper die rote Karte gezeigt zu bekommen. Daher ist es besonders wichtig, seine persönlichen Grenzen zu kennen und diese dem Arbeitgeber kenntlich zu machen, damit dieser entsprechende Maßnahmen einleiten kann. Das beginnt mit einem „Nein“ zu einem zusätzlichen Arbeitsauftrag und kann bei einer gravierenden Überforderung in Form einer offiziellen Überlastungsanzeige kommuniziert werden. In jedem Fall sollte das Gespräch gesucht werden und Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten gemeinsam und konstruktiv an Lösungen arbeiten.

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