Warum die Reduzierung des Wasserwiderstandes im Schwimmen so wichtig ist!

Einfach ausgedrückt kann man den Vortrieb beim Schwimmen auf zwei verschiedene Weisen verbessern:

  1. Reduzierung des Wasserwiderstandes und
  2. Vergrößerung des Antriebs.

Im Folgenden gucken wir uns den Wasserwiderstand genauer an. Es gilt: Je weniger Widerstand der Schwimmer erzeugt, desto mehr Geschwindigkeit kann er in den Vortrieb mitnehmen. Diese Erkenntnis ist nicht neu und hat bereits Schramm (1987, S. 56 ff.) veröffentlicht. Dennoch ist es interessant sich die Widerstände genauer anzusehen, da sie auch heute noch aktuell sind.

Schauen wir uns das Beispiel von den nicht gestreckten Füßen genauer an. 13% erhöhter Widerstand hört sich zunächst nicht viel an. Bei einem Selbstversuch kann man testen, was das in der Praxis bedeutet. Man stößt sich vom Beckenrand ab und gleitet, ein erstes Mal mit gestreckten Füßen und ein zweites Mal mit angezogenen Füßen im 90° Winkel. Wenn man davon ausgeht, dass man mit gestreckten Füße etwa 10m gleiten kann, wird man mit angezogenen Füßen maximal sieben bis acht Meter gleiten können. Das bedeutet, dass man gerade mal 70 bis 80 Prozent der Leistung gegenüber dem optimalen Fall erreicht. Anhebung des Kopfes und Anstellwinkel des Körpers vergrößern den Widerstand nochmal um einiges mehr, wodurch die Gleitfähigkeit weiter verringert wird.

Zusammenfassung

Was kann man aus den Zahlen ziehen? Bevor man sich mit trainingsaufwendigen Dingen befasst wie der Verbesserung des Unterwasserzuges oder der Verbesserung der schwimmspezifischen Kraft, sollte man sich zunächst die Wasserlage des Schwimmers betrachten und dort Verbesserungen erzielen. Oftmals lassen sich hier mit kleinen Stellschrauben große Wirkungen erzielen. Durch die Reduzierung des Wasserwiderstandes lässt sich die Schwimmgeschwindigkeit auf eine einfache ökonomische Weise erhöhen. Dies ist nicht nur bei der Ausübung der vier Schwimmarten interessant, sondern vor allem auch bei Unterwasserphase nach Start und Wende.

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