Muskelfasertypen - genetisch oder trainierbar?

Die prozentuale Anzahl der Muskelfasertypen beeinflusst welche Sportarten du von Natur aus gut kannst und ob dein Körper eher für einen Ausdauersport oder einen Kraftsport ausgelegt ist. So neigen beispielweise Athleten dazu, in Sportarten besonders erfolgreich zu sein, die ihrer genetischen Kompositionen entsprechen. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass Sprinter bis zu 80 Prozent schnell zuckende Muskelfasern besitzen, während diejenigen, die sich bei Langzeitausdauernden Sportarten, wie zum Beispiel Marathonläufer tendenziell zu 80 Prozent langsam zuckende Fasern besitzen.

Eine Erläuterung zu den Fasertypen: Wir wissen, dass der menschliche Körper zwei Arten von Muskelfasern besitzt. Zum einen sind das langsamem zuckende Muskelfasern (Typ I) und die schnell zuckenden Muskelfasern (Typ II). Die schnellzuckenden Fasertypen lassen sich weiter in Typ IIa und Typ IIb kategorisieren.

Die menschlichen Muskeln enthalten eine genetisch bestimmte Mischung aus langsamen und schnellen Fasertypen. Im Durchschnitt haben die Menschen in den meisten ihrer großen Muskeln, die zur Hauptbewegung beitragen etwa 40 Prozent langsame und 60 Prozent schnellzuckende Fasern. Fast eine nahezu gleichmäßige Verteilung.

Die langsam zuckende Muskelfasern (Typ I) verwenden effizient Sauerstoff, um mehr Adenosintriphosphat (ATP) für kontinuierliche, ausgedehnte Muskelkontraktionen über einen langen Zeitraum zu erzeugen. Diese Fasern werden besonders bei Langzeitausdauersportarten verwendet wie Marathon oder Ironman – langanhaltende Bewegung.  

Die Typ II schnell zuckenden Muskelfasern erzeugen explosivartigere Bewegungen als die langsam zuckenden Muskelfasern. Stoffwechsel eher anaerob und gekennzeichnet durch schnellere Ermüdung. Kraftmäßig haben langsam sowie schnellzuckende Muskelfasern pro Kontraktion die selben Werte. Besonders bei Sprintsportarten werden die Typ II Fasern verwendet, da diese in kürzester Zeit viel Kraft aufbringen können und müssen.

Die Typ II Muselfasern lassen sich weiter in 2 verschiedene Unterkategorien einteilen: Typ IIa und Typ IIb. Die Typ IIa Muskelfasern können den aeroben und den anaeroben Stoffwechsel nahezu gleichermaßen nutzen, um Energie zu erzeugen. Auf diese Weise sind sie eine Kombination aus Muskelfasern vom Typ I und Typ II. Im Vergleich zum Typ IIa können Typ IIb Muskelfasern nur durch den  anaeroben Stoffwechsel, Energie erzeugen und sind somit die eigentlichen schnell zuckenden Muskelfasern, die sich durch schnelle, kraftvolle Geschwindigkeitsstöße auszeichnen. Diese Muskelfasern weisen die höchste Kontraktionsrate aller Muskelfasertypen auf. Die Ermüdungsrate jedoch ist extrem hoch.  

Eine genetische Verteilung der Fasertypen im Hinblick auf eine dazu passende Sportart könnten einen erfolgreichen Athleten beschreiben und begründen, jedoch sollte man festhalten, dass es noch weitere Leistungsindikatoren gibt und die Muskelfaserverteilung ein eher schwacher Indikator ist.

Für eine große Performance im Athletikbereich sind vor allem ein gut strukturiertes Training, eine auf den Sportler abgestimmte Ernährung, mentale Stärke sowie ausreichend Regeneration und Schlaf von hoher Wichtigkeit.

Zusammenfassung

Die Unterteilung der Muskelfasern in unserem Körper ist zum Teil genetisch vorgegeben. Jedoch können wir durch gezieltes Training unsere Parameter und die Art der Verwendung der Muskelfasern im Hinblick auf unsere Leistung trainieren und anpassen.

Autor des Magazinbeitrages

Marc Jesberger - Dozent und Tutor der Academy of Sports

Marc Jesberger

  • M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement
  • Personal Trainer
  • Dozent und Tutor der Academy of Sports

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