Lebensmittel: Neues Kennzeichnungssystem

Seit längerem wird darüber debattiert, wie man den Gehalt an gesundheitsrelevanten Nährstoffen in Lebensmitteln leicht verständlich darstellen kann. Bei der Thematik geht es um die Klassifizierung und Kennzeichnung von Nahrungsmitteln anhand ihrer Inhaltsstoffe.

Dazu werden besonders Fette, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz betrachtet. Produkte mit beispielsweise viel Zucker sollen demnach als weniger geeignet kenntlich gemacht werden, andere Lebensmittel als gesundheitlich verträglich.

Hintergrund dieser erweiterten Lebensmittelkennzeichnung ist, dass es dem Verbraucher möglich gemacht werden soll auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein bestimmtes Lebensmittel möglicherweise zu einer ungesunden Ernährung beiträgt. Es gibt hierzu verschiedene Modelle die von der Politik in Betracht gezogen werden. Welche das sind wird im Folgenden erläutert.

Lebensmittelkennzeichnung: der steinige Weg. Mehr Informationen erhältst Du in diesem Magazinbeitrag.

Nutri-Score:
Beim Nutri-Score werden sowohl negative als auch positive Punkte für ein Nahrungsmittel vergeben und dann aufsummiert. Negativ-Punkte gibt es für Energie und einen insgesamt ungünstigen Nährstoffgehalt, Positiv-Punkte für geeignete Inhaltsstoffe. Dabei bezieht man sich jeweils auf den Grenzwert von 100 Gramm bzw. Milliliter eines Lebensmittels. Der so ermittelte Score gibt an wie günstig oder ungünstig ein Produkt für eine gesunde Ernährung ist.

Keyhole:
Bei der Keyhole-Methode soll auf Lebensmitteln, die anhand mehrerer Merkmale eine positive Bewertung erhalten, ein weißes Schlüsselloch auf grünem Hintergrund zu sehen sein. Produkte mit ungünstiger Zusammensetzung dürfen dieses Symbol nicht auf der Verpackung haben.

BLL-Modell:
Das BLL-Modell wurde vom Lebensmittelverband Deutschland entwickelt. Es werden dabei wesentliche Bestandteile und die Kalorienzahl eines Nahrungsmittels berücksichtigt und dargestellt. Des Weiteren wird die Prozentzahl der jeweiligen Inhaltsstoffe aufgeführt, als Referenzmenge dient die täglich empfohlene Zufuhr eines Erwachsenen.

MRI-Modell:
Das Max-Ruber-Institut (MRI) liefert eine weitere Methode. Hierbei werden die absoluten Mengen an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren sowie Zucker grafisch dargestellt - bezogen auf 100 Gramm eines Lebensmittels. Außerdem werden für eine Gesamtbewertung bis zu fünf Sterne für ein Produkt vergeben.

In Frankreich wurde der Nutri-Score bereits eingeführt - auf freiwilliger Basis - und wird dort nach Berichten gut von den Verbrauchern angenommen. Eine Studie von Foodwatch sieht in dieser Methode ein geeignetes Mittel, um die Menschen besser über die Zusammensetzung eines Produktes zu informieren. Auch über das Keyhole-Modell gibt es schon Erfahrungswerte. Dieses stößt laut MRI in den skandinavischen Ländern auf positive Resonanz in der Bevölkerung.

Zusammenfassung

Die deutsche Ernährungsministerin Julia Klöckner will im Juli und August 2019 anhand einer Verbraucherumfrage über die vier Modelle abstimmen lassen und somit die verbraucherfreundlichste Variante herausfinden. Das Ergebnis soll im September präsentiert werden.

Welches Modell sich dabei durchsetzt bleibt abzuwarten. Im Kern geht es jedoch bei allen Methoden um das Ziel eine gesündere Ernährung und weniger Übergewicht in der Bevölkerung zu erreichen.

Autor des Magazinbeitrages

Jan KleinJan Klein

  • M.A. Gesundheitsförderung
  • betrieblicher Gesundheitsmanager
  • Dozent und Tutor der Academy of Sports

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Quellenangaben (Stand: 07.2019)

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