Apps für Personal Trainer

Im digitalen Zeitalter haben die App-Entwickler inzwischen längst auch den Bereich des Personal Trainings ins Auge gefasst. Die Zielgruppe ist entsprechend groß, viele junge Trainer erobern den Markt, die entsprechend offen für den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln zur Kundenbetreuung sind. Doch nützen Apps für Personal Trainer wirklich Kunden und Trainern oder sind sie eher überflüssig?

Nützen Apps für Personal Trainer wirklich Kunden und Trainern oder sind sie überflüssig? Das erfährst du in diesem Beitrag.Das Angebot an Apps für Personal Trainer ist schier endlos und reicht von simplen Hilfsmitteln, die einen Überblick über Anatomie, Physiologie, Traumatologie etc. bieten über Varianten, die teilweise die Anwesenheit eines Trainers vor Ort überflüssig machen könnten.

Beschränke wir uns auf die Apps zur Kundenbetreuung, stellen wir schnell fest, dass es auch hier ein sehr breites Angebot zu unterschiedlichsten Preisen gibt. Im Kern zielen die meisten der Apps darauf ab, dem Kunden einen vom Trainer individuell zusammen gestellten Trainingsplan zur Verfügung zu stellen, sollte er beispielsweise im Urlaub nicht auf die Unterstützung des Trainers verzichten wollen oder sich nicht ganz so viele Trainingseinheiten pro Woche erlauben kann, wie für das Trainingsziel optimal wären.

Hier gibt es dann animierte Bilder und Videos zu den Übungen, einige Apps bieten sogar die Möglichkeit, selbst gedrehte Videos in die App einspeisen zu können. Der Kunde hakt nach seiner digitalen Trainingseinheit ab, welche Übungen er wie oft geschafft hat, so hat der Trainer auch die Möglichkeit, einer Erfolgskontrolle. Soweit die Idee hinter dem Ganzen. Nachdem ich selbst 1 Jahr lang eine der Apps getestet habe, stellt sich vieles doch anders dar, als es im ersten Moment schön und einfach verkauft wird. Auf der einen Seite kostet es natürlich Zeit, die App einzurichten und für jeden Kunden, der grundsätzlich für die Nutzung offen ist, einen maßgeschneiderten Trainingsplan zu erstellen.

Sich diese Zeit vom Kunden bezahlen zu lassen, stellt die nächste Hürde dar. Die meisten Apps arbeiten mit Monatsabos und diese Ausgaben wollen erstmal alleine durch Kunden wieder eingespielt werden, die die App nutzen und auch dafür bereit sind, einen entsprechenden Beitrag zu bezahlen. Hinzu kommt, dass ich natürlich keine Möglichkeit habe, auf persönliche Belange des Kunden einzugehen. Hat er zum Beispiel am Trainingstag Rückenschmerzen und kann die Übung der App nicht durchführen, bin ich als Trainer nicht vor Ort, um ihm geeignete Alternativen anzubieten. Darüber hinaus bedarf es einer enormen Eigenmotivation des Kunden, sich beim digitalen Training genauso anzustrengen wie, wenn der Trainer vor Ort dabei ist.

Somit kommt es beim Einsatz von Apps stark darauf an, ob ich als Personal Trainer eher den Fokus setze auf 1:1 live Betreuung meiner Kunden oder ob ich mir auch vorstellen könnte, den Kunden nur hin und wieder zu sehen, während er in der Zwischenzeit mit den von mir zusammengestellten Übungen trainiert. Des Weiteren ist wichtig, ob der Kunde gesund ist oder irgendwelche Beschwerden/ Erkrankungen, die ein unbeobachtetes Training ggf. sogar bedenklich werden lassen. Mit gesunden Kunden, die lediglich etwas an ihrer Fitness arbeiten möchten, wäre der Einsatz einer App sicherlich eher möglich. Zu guter Letzt ist es auch eine finanzielle Frage: Schaffe ich für meine Kunden so einen Mehrwert oder ziehe ich durch eine App neue Kunden an, die genau diese Art des Trainings und der Betreuung mögen, dass sich die Investition in eine App lohnt? Diese Fragen darf jeder Personal Trainer für sich beantworten und dann zu einer guten Entscheidung kommen.

Zusammenfassung

Apps für Personal Trainer versprechen oft mehr Kunden, mehr Umsatz, einfachere Betreuung der Kunden, auch wenn der Kunde oder der Trainer im Urlaub ist und vieles mehr. Doch schlussendlich kommt es darauf an, ob ich als Trainer der Typ bin, der seine Kunden lieber digital betreut, als sie live zu sehen und die Übungen in Intensität und Ausführung zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren. Darüber hinaus entscheidet natürlich auch der Geldbeutel, ob eine Investition in eine App tatsächlich Mehreinnahmen bringt oder ob ich langfristig doch eher Mehrausgaben habe. Ganz entscheidend ist aus meiner Sicht, wie fit und gesund meine Kunden sind und ob meine Bestandskunden bereit sind, für die Nutzung einer App zu bezahlen, obwohl sie Wert auf persönliche Betreuung legen. Diese Faktoren sollten jedem Personal Trainer vorab klar sein, bevor er sich für oder gegen eine App entscheidet.

Autor des Magazinbeitrages

Martin Sunderbring - Dipl. Sportwissenschaftler - Personal Trainer - FPZ-RückenschmerztherapeutMartin Sunderbrink

  • Dipl. Sportwissenschaftler
  • Personal Trainer
  • FPZ-Rückenschmerztherapeut
  • Dozent und Tutor der Academy of Sports


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