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Beweglichkeit des Fußballspielers

Beweglichkeit gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen für eine qualitativ und quantitativ exakte Ausführung von Bewegungen. Dabei sollten Einzelbewegungen gut aufeinander abgestimmt und miteinander koordiniert sein, um das volle Leistungspotenzial des Fußballspielers abrufen und für das Spiel nutzbar machen zu können.

Erscheinungsformen und Strukturierung der Beweglichkeit

Beweglichkeit ist eine der fünf motorischen Hauptbeanspru-chungsformen, welche die Grundeigenschaften der körperlichen Leistungsfähigkeit des Menschen bilden. Beurteilt wird sie meist anhand des maximal möglichen Bewegungsausmaßes eines Gelenksystems.

Aus anatomisch-physiologischer Sicht sind zwei Komponenten dafür verantwortlich: die Gelenkigkeitund die Dehnfähigkeit. Die Gelenkigkeit ergibt sich aus der Struktur und der Form der am Gelenkaufbau beteiligten Knochen. Sie kann im Gegensatz zur Dehnfähigkeit nur wenig beeinflusst werden. Die Dehnfähigkeit bezieht sich in der Hauptsache auf die gelenkumgebenden bindegewebigen Strukturen wie Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln sowie auf die Muskulatur.

Man unterscheidet die allgemeine und spezielle sowie die aktive und passive Beweglichkeit:

Allgemeine Beweglichkeit

Entwicklung einer ausreichenden Beweglichkeit in Wirbelsäule, Schulter- und Hüftgelenk.

Spezielle Beweglichkeit

Entwicklung  einer möglichst guten Beweglichkeit bestimmter Gelenke, die für den Fußballer und sein Spielhandeln von Bedeutung ist.

Aktive Beweglichkeit

Entwicklung des größtmöglichen Bewegungsausmaßes in einem Gelenk durch Kontraktion der Agonisten und Dehnung der Antagonisten. Fußball, ein Spiel mit zum Teil explosiven Bewegungen, bevorzugt diese Methode, weil der gedehnte Muskel lernt, schwunghafte Bewegungen durch zeitgerechte Kontraktion aufzufangen.

Passive Beweglichkeit

Entwicklung des größtmöglichen Bewegungsausmaßes in einem Gelenk durch Fremdeinwirkung, also Geräte oder Partner.

Beweglichkeit ist die Fähigkeit, Bewegungen mit großer bzw. optimaler Schwingungsweite der Gelenke auszuführen – wer beweg­lich ist, der ist weni­ger anfäl­lig für Ver­let­zun­gen, ist in sei­nen Bewe­gun­gen geschmei­di­ger und kann Tech­ni­ken sau­be­rer aus­füh­ren.

Bedeutung der Beweglichkeit im Fußball

Aus sportmotorischer Sicht ist ein Gelenk nur dann optimal funktions- und leistungsfähig, wenn die das Gelenk beeinflussenden Muskeln ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Fähigkeit, sich zu kontrahieren, und der Fähigkeit, sich zu entspannen, aufweisen.

Eine verminderte Dehnfähigkeit der Skelettmuskulatur kann für eine Vielzahl von Problemen verantwortlich sein:

  • generell ungünstige Auswirkungen auf den gesamten aktiven und passiven Bewegungsapparat
  • Störung des arthromuskulären Gleichgewichts
  • Auslöser von Muskeldysbalancen
  • Entstehung von Haltungsfehlern
  • verminderte Belastbarkeit des Gelenkapparates, der Muskeln und der Sehnen

Insbesondere, wenn die Trainingsziele des Trainers und der gesamten Mannschaft im Rahmen der Saisonvorbereitung eine verbesserte Fitness und Gesundheit darstellen, ist das Beweglichkeitstraining im Fußball von enormer Bedeutung.

Faktoren, die die Schwingungsweite der beteiligten Gelenke

limitieren:

  • Gelenkstruktur
  • Umfang der Muskelmasse
  • Zustand der bindegewebigen Formelemente (Dicke und Elastizität von Gelenkknorpeln, Gelenkkapseln, Bändern und Sehnen)
  • myogene Hemmung (aktiver und passiver Dehnungswiderstand der Muskulatur)
  • Widerstände der Haut und des Bindegewebes
  • Reibungskräfte (bedingt durch den Flüssigkeitsanteil)
  • neurogene Hemmung (willkürliche und/oder neutrale Kontrolle) im Verlauf einer Dehnung

Nur bei gut ausgebildeter dehnungs- und entspannungsfähiger Muskulatur ist eine koordinierte, harmonisch wirkende sowie technisch gereifte Bewegung möglich. Die erhöhte Dehn- und Kontraktionsfähigkeit der Muskulatur verbessert zugleich die Ausdauerleistung, da der Ablauf der Bewegungen sich ökonomischer und damit energiesparender vollzieht.

Im Fußball ist eine gute Beweglichkeit von großem Nutzen:

  • bei Finten und beim Dribbling (Wirbelsäule, Beckenmuskulatur und Rumpfkraft)
  • bei Schüssen mit dem Vollspann (oberes Sprunggelenk und Schienbeinmuskulatur)
  • beim Tackling (Hüftgelenk)
  • beim Direktspiel (Wirbelsäule und Hüftgelenk)
  • beim Drehschuss (Adduktoren)

Bei der Ausführung des fußballspezifischen Beweglichkeits-trainings zeigt die alltägliche Praxis, dass mancher Spieler das Aufwärmen und Dehnen zwar ausführt, dies jedoch sehr stereotyp und wenig zielbezogen (Alibifunktion) geschieht. Um eine solche Aufgabe sinnvoll auszuüben, benötigt der Spieler anatomische Kenntnisse, aber auch ein Gespür für die individuellen Notwendigkeiten bei der Umsetzung.

Trainingspraxis

Die verschiedenen Dehnarten werden grundsätzlich in aktive und passive Formen eingeteilt.

Aktives Dehnen

Hier wird mit der Kraft der Antagonisten des zu dehnenden Muskels gearbeitet.

Passives Dehnen

Die passiven Techniken werden mit Hilfe von äußeren Kräften durchgeführt, etwa Partnern, der Schwerkraft von Hilfsgeräten oder durch Muskelgruppen, die nicht antagonistisch wirken.

Für beide Gruppen gibt es wiederum statische und dynamische Anwendungsformen.

Statisches Dehnen (= Stretching)

Hier erfolgt keine Bewegung während der Dehnung.

Dynamisches Dehnen

Es erfolgt eine schwingende Bewegung während der Dehnung.

 

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